Türkeiforum
 
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Autor Thema: Junge Frau im Südosten lebendig begraben  (Gelesen 233 mal)
Susi
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« am: Februar 04, 2010, 14:35:32 »

Grund: Kontakt zu Maennern

Ganzer Artikel bitte hier weiter
http://de.news.yahoo.com/2/20100204/tts-medien-junge-frau-in-der-tuerkei-von-c1b2fc3.html

Mensch, wir sind doch nicht im Mittelalter, ich würde die Verusacher nicht einsperren das ist zu einfach, sondern 10 Jahre lang in einem Steinbruch arbeiten lassen, 14 Stunden am Tag.

Susi
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Martina/Alanya
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« Antworten #1 am: Februar 04, 2010, 19:28:09 »

Nein, das ist noch zu sanft. Die müsste man genau da verbuddeln. Mit einer Dreimonats-Ration Wasser und Brot, damit es länger dauert!!!!!  bad-085

Martina
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Walter
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« Antworten #2 am: Februar 04, 2010, 20:18:32 »

Ja, wieder eine Meldung, welche es weltweit asuf die Seiten schafft und nachhaltig gegen die Türkei verwendet werden wird.

Zeit, dass wir uns in solchen Momenten wieder mal an die İnzest-Geschichte in Oesterreich und Aehnliches erinern. Es gibt leider überall und in allen Kulturen Barbarisches.
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wil
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« Antworten #3 am: Februar 08, 2010, 08:06:55 »

...........Wie schnell Verbrechen als sogenannter Ehrenmord deklariert werden, zeigt der Tod von Medine Memi, einem 16-jährigen Mädchen aus dem ostanatolischen Kahta. Ihre Leiche war Ende vergangenen Jahres in einem Schacht im Hinterhof ihres Elternhauses gefunden worden. Das Mädchen war unter der Erde qualvoll erstickt oder verhungert, wie jetzt bekannt gewordene gerichtsmedizinische Untersuchungen ergeben haben. Schnell verbreitete sich der Verdacht, Medine sei umgebracht worden, weil sie mit fremden Männern gesprochen und damit angeblich die Familienehre befleckt habe. Vieles deutete auf einen „Ehrenmord“ hin .

Doch der Fall lag offenbar anders. Mit archaischen Vorstellungen von Familienehre hatte der Mord an Medine nichts zu tun, sagen Verwandte und eine Frauenrechtlerin. Medine musste sterben, weil sie sich wegen der Brutalität ihres Großvaters und dessen illegaler Aktivitäten an die Polizei wandte – und den Fehler beging, auf den Schutz durch die Behörden zu vertrauen.

Berichte aus Kahta zeichnen das Bild eines jungen Mädchens, das in seinem kurzen Leben ständig unter der Tyrannei ihres Vaters und Großvaters zu leiden hatte. Nicht einmal ein Foto existiere von Medine, berichtete die Zeitung „Hürriyet“ am Sonntag. Medine war eines von zehn Kindern des Bäckers Ayhan Memi. Herr im Haus war aber Ayhans Vater Fethi Memi, Medines Großvater. Der Clan lebte zurückgezogen, die vier Töchter Ayhans kamen kaum aus dem Haus und durften auch nicht zur Schule. Für die Zurückgezogenheit gab es laut Zeitungsberichten gute Gründe: Sein Geld verdiente Bäcker Ayhan nicht so sehr mit Brötchen, sondern mit dem Schmuggel von Zigaretten, Tee und Kölnisch Wasser, das in der Türkei als Erfrischungsessenz allgegenwärtig ist.


Fethi Memi schlug seine Enkelin häufig, doch Medine fügte sich nicht in ihr Schicksal – sie ging zur Polizei. Sie erzählte den Beamten von den Schlägen und illegalen Waffen im Haus. „Keine Sorge, wir sind der Staat. Sie können dir nichts tun“, sollen die Polizisten der jungen Informantin gesagt haben. Doch die Beamten hielten ihr Wort nicht. Fethi Memi bekam im vergangenen Herbst zwar Ärger mit der Justiz, blieb aber auf freiem Fuß. Als er erfuhr, dass er von seiner Enkelin verpfiffen worden war, verprügelte er sie schlimmer als vorher. Dabei soll Medine mit dem Kopf gegen die Wand geschlagen oder eine Treppe hinuntergeworfen worden sein. Das Mädchen wurde bewusstlos. Vater und Großvater dachten, Medine sei tot und steckten sie in einen Schacht im Hinterhof. Das Loch verschlossen sie mit einem Betondeckel. Medine muss aber laut Gerichtsmedizinern noch gelebt haben. Ihre Leiche wurde Anfang Dezember von der Polizei entdeckt, die einen anonymen Hinweis erhalten hatte. Vater und Großvater sitzen in Untersuchungshaft und schweigen zu allen Vorwürfen. Die Bewohner zeigten sich geschockt – von dem Verbrechen und der Vermutung, dass es ein sogenannter Ehrenmord gewesen sein könnte. Schließlich habe es so etwas seit Jahren nicht mehr in der Gegend gegeben, zitierte die Zeitung „Milliyet“ einige Einwohner Kahtas.

Die türkische Öffentlichkeit reagiert insgesamt sensibel auf Berichte über angebliche Ehrenverbrechen, die von vielen Türken als Symbol von Rückständigkeit und Brutalität gesehen werden. Nach Einschätzung von Experten werden in der Türkei jährlich etwa 200 Ehrenverbrechen begangen. Unter den Opfern sind mehr Männer als Frauen, denn Familien bestrafen häufig etwa den mutmaßlichen Vergewaltiger oder Liebhaber einer Tochter mit dem Tod.

Obwohl die altertümlichen Ehrbegriffe auf dem Land generell mächtiger sind als in den Städten und besonders im armen Kurdengebiet in Südostanatolien zu finden sind, haben die großen innertürkischen Fluchtbewegungen wegen des Kurdenkonflikts in den vergangenen Jahrzehnten auch die „Ehrenmorde“ in die Metropolen im Westen des Landes getragen. Selbst bis nach Deutschland reicht der Einfluss dieser Wertvorstellungen, wie nicht zuletzt der Mord an der Berliner Türkin Hatun Sürücü vor fünf Jahren gezeigt hat.

In den vergangenen Jahren hat der türkische Staat sein Vorgehen gegen Ehrenverbrechen erheblich verschärft. Im Zuge der EU-Reformen der vergangenen Jahre schaffte die Türkei unter anderem traditionelle Strafnachlässe für Ehrenverbrechen ab. Zudem sollen sich die Täter nicht mehr hinter der Tatsache verstecken können, dass minderjährige Familienmitglieder mit der Ausführung des Mordes beauftragt werden, weil sie geringere Strafen zu erwarten haben.

Menschenrechtler beklagen allerdings, die Justiz setze die Reform nur zögerlich um. So halten einige Richter bei „Ehrenmord“-Prozessen den Angeklagten nach wie vor zugute, sie seien durch das angeblich unmoralische Verhalten des Opfers provoziert worden. In der Öffentlichkeit werden solche Entscheidungen der Justiz scharf kritisiert. Konsens besteht auch in der Ansicht, dass mehr Bildung und mehr Arbeitsplätze für Frauen dazu beitragen können, Ehrenverbrechen einzudämmen.

Kampagnen wie eine Aktion zur Einschulung von Mädchen in Südostanatolien sollen zudem die Menschen in den Dörfern daran erinnern, dass sie ihre alten Wertvorstellungen ändern müssen. Diese Veränderung ist schwierig. Nach Einschätzung von Soziologen werden die Täter in ihren Dörfern of nicht als Mörder verdammt, sondern als aufrechter „Ehrenmann“ angesehen.

Wie die Reaktion der Menschen in Kahta auf die „Ehrenmord“-Berichte im Fall Medine zeigen, ist das Ehrenverbrechen auch in Teilen der türkischen Provinz mittlerweile geächtet. In Deutschland wird das Etikett des „Ehrenmordes“ nach einer Studie der Universität Freiburg häufig vorschnell und zu Unrecht verwendet. Bei der Untersuchung wurden 25 abgeschlossene Gerichtsverfahren analysiert, die in den Medien als „Ehrenmorde“ auftauchten. In zehn Fällen habe es sich tatsächlich um einen Mord im Namen der Ehre gehandelt. Die restlichen Morde waren Affekthandlungen.
http://www.tagesspiegel.de/politik/international/Ehrenmord-Tuerkei;art123,3024283
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Walter
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« Antworten #4 am: Februar 10, 2010, 06:54:52 »

,, deswegen finde ich, dass eben nicht diese spektakulaeren Faelle, sondern der triste Alltag in den Vordergrund gehört, andauernd kritisiert werden sollte.

Es geht um das einseitige "entführen". Kaçırma.  Ein solcher Fall ist heute wieder in den medien und die Hauefigkeit dieser Art  von gewalt ist es, welche ich bedenklich finde, zumal vielfach überhaupt nicht darübewr gesprochen wird.

Ein 56-jaehriger Mann, verheiratet, zwei Kinder vergeht sich seit zwei jahren ein einer heute 17-jaehrigen Verwandten. Nun, da das Ganze aufzufliegen droht, hat er sie in einer Wohnung festgehalten. Die Familie der Tochter schlug Alarm, Zeugen wollten sie gesehen haben. Tedaş als Vorwand benutzt, um in die Wohnung zı kommen und tatsaechlich, da war die Tochter mit dem Mann. Das alles nicht im "unziviliserten" Osten sondern in Bursa.

Dieser wurde vor den Untersuchungsrichter geführt und feixte die Journalisten an: " Was habt ihr, wir lieben uns und wir werden heiraten.".

Nicht ausgeschlossen, dass es so kommen wird..

Aus dem Milliyet
« Letzte Änderung: Februar 10, 2010, 06:57:44 von Walter » Gespeichert

wil
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« Antworten #5 am: Februar 10, 2010, 08:27:40 »

Ja Walter ,

spaetere Heirat nicht ausgeschlossen , beileibe leider kein Einzelfall .

Raus kommt es dann zumeist nur in eben diesen spekulaeren Faellen , die nur die Spitze des Eisberges  dieses tristen Alltages sind .

Wie folgendes ( finde leider Quelle nicht , war in Habertürk Printausgabe vor 2 Tagen ) :

Frau  wurde vergewaltigt , statt Anzeige beschloss der Vater der Frau , dass der Vergewaltiger sie heiraten soll .

Soweit zum "Alltag" - niemand haette "irgendetwas " erfahren alles waere "perfekt geregelt ".

Die Frau bekam von dem ( Ehe)mann zwei Kinder , er misshandelte sie weiter und nun hat er sie getötet .

Nun sieht man den traurigen Vater  mit seinen Enkeln , der die Welt nicht versteht ....

Solange für Teile der Bevölkerung sexuelle Selbstbestimmung der Frau ein Fremdwort ist , solange wird es den tristen Alltag geben .




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thoker
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« Antworten #6 am: Februar 10, 2010, 08:33:35 »

Einfach nur schrecklich und nicht nachzuvollziehen.
Man kann die Denkweise der Väter ( Familien ) nicht verstehen ....wenn sie die Tochter lieber dem Vergewaltiger zur Frau geben ...als ihn anzuzeigen.
Da sieht man mal wie das Frauenbild geprägt ist.
Einfach sprachlos. wirr-94
Kerstin
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Walter
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« Antworten #7 am: Februar 20, 2010, 05:08:55 »

Diesmal geht aber die Diskussion auch in der Türkei doch etwas tiefer. Es wird vor allem auch über die Tatsache debattiert, dass  offensichtlich in der Gesellschaft verschiedene Kategorien von Frauenmorden gibt, diese auch unterschiedlich aufgenommen und bewertet werden. Ein Beitrag dazu aus der Zeit:

Zitat
Die Polizisten sollen das Mädchen jedoch jedes Mal nach Hause geschickt haben. Im Oktober verschwand sie spurlos. Nach einem anonymen Hinweis eines Nachbarn suchte die Polizei auf dem Grundstück der Familie und stieß auf den grausigen Fund. Das tote Mädchen war an den Händen gefesselt und saß aufrecht in einem zwei Meter tiefen Loch. Die Autopsie ergab: Medine hatte Erde in Lunge und Magen. Sie musste also noch gelebt haben, als Vater und Großvater Erde über sie schütteten und die Grube zubetonierten. Die Täter wurden verhaftet. Sie schweigen.

Gewalt gegen Frauen
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